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Mein Kleiderschrank

Nachhaltigkeit im Kleiderschrank – der Schrank der Schande

‚Ich habe nichts zum Anziehen!‘ – diesen Satz werden Viele, wenn nicht sogar Alle, schon einmal in ihrem Leben gehört oder selbst verwendet haben.
Mir ist das in letzter Zeit immer häufiger passiert. Ich ziehe nur noch wenige Kleidungsstücke gern an. Dennoch stapeln sich die Klamotten übereinander.
Woran liegt das?
„Ach das hat mir meine Mutter geschenkt!“„Nein, das kann ich nicht wegmachen, das hatte ich beim Konzert von Marteria an!“ – „Na ja, ich kann das ja immerhin noch zum Schlafen anziehen!“„Da will ich irgendwann mal wieder reinpassen“.


Wie ihr unschwer erkennen könnt, teile ich meinen sehr unaufgeräumten Schrank mit euch.
Da ich sowieso ein eher unordentlicher Mensch bin und meine Klamotten gern überall liegen lasse, ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass mein Schrank so aussieht. Man kann ihn einfach schließen und die Schmach ist verschwunden.
Ich habe keine unzählbaren Massen an Klamotten, TROTZDEM habe ich keine Lust mich jeden Morgen mit der Frage auseinander zu setzen, was ich anziehen könnte…

Deswegen bin ich nach folgendem Prinzip gegangen:
– hemmungslos aussortieren! Sobald ein Kleidungsstück mit einer ‚aber ich brauch das noch, weil…‘ Ausrede beginnt: Direkt weg damit. Hier ist jetzt kein Platz mehr für Ausreden!

Habt ihr ein Kleidungsstück im Schrank ohne das ihr nicht „leben könntet“?
… habe ich Familie, Freunde und Bekannte gefragt.
Das Interessante war für mich dabei nicht mal der Inhalt der Antwort, sondern die Art und Weise.
Einige schrieben mir direkt ‚nein‘, andere drucksten etwas rum, bevor sie mir dann doch ein einzelnes Kleidungsstück nannten.
Nicht, weil sie sich nicht entscheiden konnten, sondern weil es ihnen schwerfiel ein spezifisches Kleidungsstück zu benennen, dass ihnen wichtig ist.
Was lernen wir also daraus?
Alles was in unserem Schrank ist, ist unwichtig. Alles ersetzbar. Es ist nur Kleidung. Gegenstände – nichts weiter.
___
Aber wie miste ICH effektiv aus?!

Wie habt ihr denn die Frage für euch beantwortet?
Habt ihr ein Lieblings-Kleidungsstück? Wenn ja, nehmt euch dieses und seht es als Referenz.
Mag ich das Shirt ähnlich doll wie meine Lieblingshose?
– Wenn ja: Behalten.
– Wenn nicht: wie sehr weicht meine Glückseligkeit beim Gedanken an diesem Gegenstand von der Hose ab?

Habt ihr kein Lieblings-Kleidungsstück, dann fragt euch folgendes bei JEDEM EINZELNEN Stück:
– Brauche ich das?
– Macht mich das glücklich?

Die Kleidung wird dann auf drei Stapel aufgeteilt: (KonMari Methode)
Behalten
Vielleicht- Behalten, am besten: gut kombinierbar, für viele Anlässe geeignet
– Vielleicht, gebt euch Zeit die Entscheidung zu treffen
– Weg, verschenken, verkaufen, spenden

Kleidung ist da um verwendet zu werden!
Macht euch bewusst, dass alle Dinge die im Kleiderschrank nur rumhängen, unnötig Platz verschwenden.
Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen: zum Beispiel das Dirndl, dass man jedes Jahr nur einmal anzieht. Das Lieblingskleid, was man immer zu Weihnachten mit der Familie trägt und so weiter und so fort.
Wichtig ist nur, dass ihr wisst WARUM ihr diese Kleidung behaltet.
Ihr könnt euch nur selbst helfen, wenn euch BEWUSST ist, was ihr besitzt.
Keiner zwingt euch auf Teufel komm raus all eure Shirts und Röcke auf einen Haufen zu schmeißen und zu verbrennen.

Wenn ihr Zeit braucht zu entscheiden: packt die ‚Ich bin nicht sicher‘ Klamotten separat in eine Kiste oder Tüte und verstaut sie im Keller, in der Kammer oder in einem Schrank – Hauptsache ihr seht sie nicht jeden Tag.

Gebt euch zwei Wochen Zeit und schaut mal:
– denke ich an die Kiste?
– möchte ich ein bestimmtes Kleidungsstück daraus tragen?
– vermisse ich etwas?

Das gilt nicht nur für den Kleiderschrank – sondern für die gesamte Wohnung.

Geht immer wieder nach dem Grundsatz: Alles braucht seine Zeit. Ihr könnt nicht euren gesamten Hausstand an einem Tag ausmisten und dann erwarten, dass ihr glücklich seid.
Diese Dinge müssen mit Ruhe und Verstand angegangen werden. Ansonsten sitzt ihr in einem halben Jahr in einer leeren Wohnung und bemerkt plötzlich, dass ihr in eurem Wahn jede schöne Erinnerung oder eure Persönlichkeit aus euren eigenen vier Wänden verbannt habt.

Nichtsdestotrotz: Gegenstände sind nur das. GEGENSTÄNDE.
Eine Erinnerung sollte in einem selbst stattfinden – nicht durch einen Gegenstand übertragen werden.
Ein Geschenk sollte benutzt und oder geliebt werden. Ehrlichkeit bewahrt euch nur davor weitere ungebrauchte Gegenstände zu erhalten.
Ihr solltet euch Zeit nehmen und lernen das eine vom anderen zu unterscheiden.
Aber diese Entscheidung liegt ganz bei euch.

Gina

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