Allgemein, Müllproduktion

Wieso bin ich mitschuldig an diesen Bildern? Gedanken und Fakten

Wir alle kennen sie. Die Bilder. Von Müll übersäten Stränden, von Fischschwärmen, die um Strömungen aus Müll kreisen, von Schildkröten, die in Dosenhalterungen festhängen, von Menschen, die durch die Berge an Müll stapfen, um Gegenstände heraus zu fischen.

„Aber was kann ich dafür? Was kann ich als Einzelperson dafür, wenn andere Länder nicht in der Lage sind ihren Müll richtig zu sortieren?“

So einfach, wie es sich leider einige Menschen machen, ist es natürlich nicht.
Wir sind zwar, seit 1990 mit der Einführung des Grünen Punkts, die un gekürten Meister in der Mülltrennung, das bringt der Umwelt aber leider nichts.

Nur circa 35 Prozent der Abfälle die im Gelben Sack landen werden recycelt.

Das liegt hauptsächlich an der Verschmutzung beziehungsweise ‚Unreinheit‘ der Kunststoffe. Kunststoff besteht längst nicht mehr nur aus einer Kunststoffsorte. So sind beispielsweise Joghurtbecher beschichtet, mit Papier überzogen und haben einen Aluminiumdeckel, der mit Plastik abgedeckt ist.

Über 50 Prozent unseres Plastikmülls wird hier in Deutschland ‚energetisch verwertet‘. Das heißt, er wird verbrannt

Dies dient zur Gewinnung von Wärme und Strom.
Leider eignet sich Kunststoff, auf Grund des hohen Erdölanteils, besonders gut zum Verbrennen. Und die Wiederverwertung von Plastik ist im Gegensatz dazu sehr kostspielig.
Um die Müllverbrennungsanlagen zu füllen, werden übrigens auch Importe vorgenommen.
Das führt zu einem Kampf: Recycling vs. Verbrennung!

Die Frage ist nur, was ist jetzt anders als vorher?

Ganz einfach: Seit Anfang des Jahres weigert sich China unseren Müll aufzunehmen.
Zu dreckig, zu gefährlich, zu ungefiltert.
Vorher hat die EU es jedoch geschafft 87 Prozent aller Plastikabfälle nach China zu exportieren.

Jetzt ersticken wir in Müll und 10 Monate später geraten Politiker zurecht in Panik.
Da man in den letzten Jahren den Müll lieber verschifft hat, anstatt ihn zu recyclen, fehlen nun die entsprechenden Kapazitäten die schier unendlichen Mengen an Müll zu verarbeiten.

Deswegen ist es wichtig, dass auch wir auf Plastikmüll verzichten!

Noch immer wird der Müll verschifft. Auch auf diesem Weg findet sich meine Zahnbürste oder deine Cremedose im Ozean wieder. Immer wieder sind die Containerschiffe völlig überladen. Beim Umladen, abtransportieren oder spätestens auf der Mülldeponie in der Nähe des Strandes… irgendwann gelangt unser Hausmüll ins Meer und treibt dort ewige Zeiten herum.

Plastikmüll ist ein globales Problem

Nur weil wir in Deutschland keinen Ozean haben, heißt das nicht, dass wir uns der Verantwortung entziehen können.
Auch politisch sollte sich hier schnell etwas ändern. Eine umfassende Aufklärung über recycelbare Materialien, wie man sie beschaffen kann und eine klare Förderung in der Industrie.
Aber vor allem kontrollierte Verpackungsregeln.
Es kann nicht sein, dass wir durch den Kaufland, Edeka, Lidl etc. laufen und nicht in der Lage sind einen einigermaßen Plastikfreien Einkauf zu tätigen. Vielmehr werden die Produkte ‚aus Produktpolitischen‘ Gründen doppelt oder dreifach in Plastik eingeschweißt.

Ein Glück leben wir in einer Zeit der Revolutionen.

So gibt es viele Produkte, die früher nur in Plastik erhältlich waren, die man heute aber erschwinglich in Holz, Metall, Glas, Bambus oder meinetwegen in ‚Bioplastik‘ finden kann.
Deswegen werde ich morgen einen kleinen Guide online stellen, wie WIR gemeinsam möglichst wenig Verpackungsmüll fabrizieren können und euch ein paar Produktalternativen vorstellen.

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Quellen

– Fische fressen Plastik: https://www.wiwo.de/technologie/umwelt/umweltverschmutzung-was-mit-unserem-plastikmuell-im-meer-passiert/10133272.html

– Verwertung Kunststoffabfälle: https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/kunststoffabfaelle#textpart-1

– Recycling: https://www.augsburger-allgemeine.de/geld-leben/Was-passiert-eigentlich-mit-unserem-Plastikmuell-id51067791.html

– Verbrennung von Müll: https://utopia.de/fragen/plastikmuell/

– Probleme des Recyclings: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/probleme-beim-recycling-wettkampf-um-den-muell-1.1975245

– Exportstopp nach China: https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-01/muellexporte-china-plastikmuell-recycling

– Plastikmüll im Meer: https://utopia.de/infografik-plastikmuell-im-meer-jetzt-auf-deutsch-3391/

3 Gedanken zu „Wieso bin ich mitschuldig an diesen Bildern? Gedanken und Fakten“

  1. Ich lebe so, dass ich allen Müll vermeide, den ich vermeiden kann. Mir vermittelt das ein gutes Gefühl. Mehr kann ich nicht tun und doch ist es genug. Viele Hände an vieln orten der welt tun dasselbe und wir sind verbunden, auch wenn wir unds nicht kennen. Viel Kraft!

    Gefällt 1 Person

    1. Ich finde, dass die Müllvermeidung ein längerer Prozess ist. Man muss sich erstmal bewusst werden, wie viel Müll man eigentlich so tagtäglich produziert. Wo kann man am besten ansetzen, um es besser zu machen etc. Das ist ein langer Weg, aber ich freue mich schon den zu gehen! Ich freue mich auch deinen Weg zu verfolgen!

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