How to: Was verändern, Nachhaltigkeit

How to: Nachhaltig online bestellen

Na?! Schon in Weihnachtsstimmung?
So oder so geht es jetzt in die ‚heiße‘ Phase der Geschenkebeschaffung – vorausgesetzt natürlich, man schenkt überhaupt.

Ein paar nachhaltige Geschenk-Ideen habe ich euch ja schon vorgestellt. Heute soll es um den Einkauf und den Versand dieser gehen. 

Ehrlich gesagt dachte ich immer: Online bestellen, das ist doch viel besser als wenn jeder einzeln in sein Auto steigt und einkaufen geht. So wird alles gebündelt von einem Fahrer gebracht und man spart sogar noch Zeit, um andere Dinge zu erledigen.
In einer idealen Welt wäre das vermutlich auch so.
Aber da wir in keiner idealen Welt leben sollten wir beim Online-Shopping an einiges denken.

1) Retouren. Retouren machen in Bekleidungsbestellungen im Durchschnitt 50% aus. Das heißt, jeder zweite Artikel der überhaupt bestellt wird, geht wieder zurück. Bei Amazon macht man sich dann gar nicht erst die Mühe die Teile zu sortieren und neu zu verpacken. Sie werden entsorgt oder billig weiterverkauft.
–> Wie vermeide ich Retouren?: Bekleidung: Nur in einer Größe & Farbe bestellen. Schnitte bestellen, bei denen man weiß, dass sie passen. Für den Rest in Geschäften einkaufen gehen oder Rezensionen lesen (gute und schlechte Einbeziehen)

2) Expressbestellungen. Brauchen wir die Artikel wirklich morgen? Mit etwas mehr Planung kann man sinnlose Expresslieferung (oder Prime) verhindern.
Der Zeitdruck führt nämlich dazu, dass Lieferwagen nur halb voll losfahren und dafür dann mehr Wagen im Umlauf sind.
Weihnachten ist übrigens jedes Jahr zur gleichen Zeit 😉

3) Gebündelt kaufen. Das hilft in den meisten Fällen sogar die Spontankäufe zu unterdrücken. Wenn man bewusst eine Weile wartet und schaut, ob noch etwas dazu kommt. Ansonsten gern mal die Liebsten fragen: Wollen sie auch etwas bestellen?
Vielleicht nehmen wir dann einige Artikel wieder aus dem Warenkorb, weil wir merken, dass es doch nicht nötig ist.

4) zu Hause sein. Jeder vierte Zustellungsversuch schlägt fehl und muss einen doppelten Weg fahren. Wenn das Paket dann irgendwo abgegeben wird, muss man ja doch wieder los und es abholen. Alternativ können wir natürlich direkt eine Packstation für die Anlieferung wählen, dann hat der Lieferant / die Lieferantin eine sichere Abgabestelle

5) Der Laden an der Ecke. Es ist nur logisch, dass durch den enormen Online-Handel-Boom die regionalen Läden verschwinden. Das schöne Buchgeschäft oder der trendige Dekoartikel Laden an der Ecke könnten bald schon Geschichte sein, wenn es so weiter geht.
Was mir nicht bewusst war: Was mache ich im Alltag? Wenn mir mal nach schlendern ist? Wenn es die Läden in Zukunft nicht mehr geben sollte, wie kaufe ich dann meine Notfall Geburtstagskarte oder am 23.12. noch schnell Geschenkpapier, weil meins ausgegangen ist?
Ein kleiner Tipp: Schaut mal ob die Läden ebenfalls einen Online-Shop haben. Manchmal können sich die Händler ebenso nur über Wasser halten, indem sie einen eigenen Lieferkreis eröffnen.
Hier müssen wir natürlich daran denken, dass nicht jeder einen Laden um die Ecke hat. Kleinere Städte und Dörfer sind hiervon ausgenommen. Da kann ich nur sagen: Wenn ihr sowieso euren Wocheneinkauf macht, dann schaut doch mal, ob ihr sonst noch etwas in den näheren Läden benötigt. Vielleicht gibt es die Artikel sogar im Kaufland, Real o.ä. direkt.

6) Versand. Ihr wollt zu Weihnachten selber Pakete an Familie und Freunde verschicken? Als allererstes können wir unsere bereits gelieferten Kartons recyceln und wieder verwenden. Für Neues gibt es dann verschiedene Anbieter, die plastikfreies Versandmaterial verkaufen. Ein Beispiel ist Biobiene.com
Große Mengen, alle möglichen Größen und Ausführungen und alles was man sich so an Verpackungsmaterialien vorstellen kann.

7) Arbeitsbedingungen. Auch wenn dieses Thema nicht direkt etwas mit Nachhaltigkeit zu tun hat, sollten wir dennoch wissen, dass Lieferanten /Lieferantinnen ausgenutzt und ausgebeutet werden. Zumindest die meisten.
Bestellen wir also weniger, schützen wir nicht nur die Umwelt sondern alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den jeweiligen Unternehmen.
Ein Paketbote muss in der Weihnachtszeit zum Beispiel bis zu 250 Pakete pro Tag ausliefern. Das macht ganze drei Minuten pro Paket.Der Grund warum ich diesen Beitrag überhaupt veröffentliche ist der Beitrag von Jan Böhmermann.
Mir war bewusst, dass die Situation schlimm zu sein scheint, aber dass sie SO schlimm ist, ist auch für mich neu.

Vielleicht habt ihr ja den einen oder anderen Tipp hier herausgezogen, den ihr im Alltag auch anwenden könnt.
Es müssen nicht immer alle zusammen sein und wir alle wissen, dass sich eine schnelle Bestellung auch nicht immer vermeiden lässt. Manchmal weiß ich nicht einmal, wo ich die einzelnen Artikel herbekommen soll, wenn nicht von amazon.
Ein bisschen Recherche sollte da aber Abhilfe schaffen können.

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Quellen

Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/nachhaltigkeit/ist-onlinehandel-gut-fuer-die-umwelt-es-spricht-viel-dagegen-26661

ZDFNeo Beitrag: https://www.youtube.com/watch?v=Rp1hERCvGKo

Biobiene.com: https://www.biobiene.com/

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